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VENUS IM JAHR 2006


Musik: Gustav Holst, Die Planeten, Venus. Quelle: Fraser Farell.

Der Planet Venus ist vielen Menschen als strahlend heller Abend- und Morgenstern wohl vertraut. Sofort nach Sonnenuntergang oder bis unmittelbar vor Sonnenaufgang wird sie am hellen Dämmerungshimmel sichtbar. Wer weiß, wo er nach ihr zu suchen hat, findet sie bei günstigen Witterungsbedingungen auch mit bloßem Auge, auf jeden Fall aber mit einem kleinen Fernglas am Taghimmel (Beobachtungsanleitung von John Walker). Andererseits werden manche Zeitgenossen vom Anblick des hell leuchtenden Planeten bisweilen so überrascht, dass sie ihn für ein UFO halten. Das ist eigentlich erstaunlich, denn abgesehen von einem etwa dreimonatigen Zeitabschnitt um die Oberen Konjunktion und einigen Tagen vor und nach der Unteren Konjunktion ist Venus immer entweder abends oder morgens sichtbar, wenn auch manchmal eher unauffällig und horizontnah in der hellen Dämmerung.

Wann kann man Venus in 2006 beobachten?
Da zwischen 2 Oberen Konjunktionen der Venus 584 Tage vergehen, ist sie jeweils für viele Monate am Abend- oder Morgenhimmel zu sehen. Die beste Beobachtungszeit sind generell die Tage und Wochen um die größte Elongation, denn dann steht Venus so weit von der Sonne entfernt, dass sie nicht nur in der Dämmerung, sondern auch am dunklen Nachthimmel in Erscheinung tritt. Besonders günstig sind in unseren geografischen Breiten Sichtbarkeitsperioden, bei denen die größte östliche Elongation (= Abendsichtbarkeit) ins Frühjahr und die größte westliche Elongation (= Morgensichtbarkeit) in den Herbst fällt, da Venus dann relativ zum Horizont fast senkrecht über der Sonne steht. Eine solch optimale Situation war zuletzt im Jahr 2004 gegeben.


RÜCKBLICK: VENUS IM JAHR 2005

RÜCKBLICK: VENUS IM JAHR 2004


Im Jahr 2006 präsentierte sich Venus wie schon im Vorjahr ziemlich unauffällig. Zu Jahresbeginn konnte sie noch für etwa 1 Woche horizontnah in der hellen Dämmerung am Abendhimmel erspäht werden. Nach der Unteren Konjunktion Mitte Januar begann sie bereits wenige Tage später ihre Morgensichtbarkeit. Doch nur im Februar, als sie von vielen Frühaufstehern auf dem Weg zur Arbeit gesichtet werden konnte, war sie eine wirklich auffällige Erscheinung. Ab März beeinträchtigte der flache Winkel, den die morgendliche Ekliptik mit dem Horizont bildete, ihre Sichtbarkeit zunehmend. Ab Mai befand sie sich dazu noch auf dem absteigenden Ast der Ekliptik, während die Sonne immer höhere Positionen einnahm. Deshalb konnte sich Venus kaum noch vom Horizont lösen und ging noch in der hellen Dämmerung unter. Im August verbesserten sich die Sichtbarkeitsbedingungen wieder etwas, obwohl der Abstand Venus - Sonne schrumpfte. Grund war die jetzt sehr steil zum Horizont stehende Ekliptik. Im September klang die Sichtbarkeitsperiode am Morgenhimmel aus; am 27. Oktober stand Venus in Oberer Konjunktion. Erst etwa 2 Wochen vor Jahresende war sie dann wieder sehr horizontnah in der hellen Abenddämmerung zu beobachten.

Auch wenn Venus fast das ganze Jahr über ein eher bescheidenes Dasein fristete, kam es aber immerhin zu 2 bemerkenswerten Begegnungen mit anderen Planeten: am 11. August traf sie in der hellen Morgendämmerung auf Merkur. Die nachstehenden Bilder wurden 2 Tage später, am 13.08.2006, aufgenommen, als der Abstand zwischen den beiden Planeten sich bereits wieder etwas vergrößert hatte.

Merkur und Venus am 13.08.2006
Original-Foto: bitte auf das Bild klicken.


Venus, Merkur & Flugzeug (mp4-file)

Etwa 2 Wochen später, am 27.08.2006, passierte die Venus den Saturn in einem Abstand von weniger als einem halbem Vollmond-Durchmesser (Grafik). Letztgenannte Konstellation war nur mit einem Feldstecher bei einwandfreien Sichtbedingungen zu beobachten - doch leider spielte das Wetter nicht mit. Diesem wohl interessantesten Ereignis im Venusjahr 2006 hatten wir eine separate Infoseite widmen.

Nachstehend haben wir einige Artikel verlinkt, die sich mit der Venus im Jahr 2006 beschäftigt haben:

Ephemeris of Venus in 2006 (PDF-Datei; Berechnung mit OCCULT Predictions 3.1.0)

Space.com: The Planets in 2006

Wolfgang Vollmann: Venus -- Ende der Abendsichtbarkeit 2006

Jens Dengler: Venus im größten Glanz

Alexander Birkner: Mond bei Venus am 24. April 2006

Jens Dengler: Venus am Morgenhimmel

WAA: Venus am Morgenhimmel 2006

Astronomy.com: Mercury and Venus with Castor and Pollux

Jens Dengler: Merkur mit Venus am Morgen

Space.com: What a Sight! The Moon and Three Planets

Space.com: The Evening Star Returns