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VENUS IM JAHR 2010


Musik: Gustav Holst, Die Planeten, Venus. Quelle: Fraser Farell.

Der Planet Venus ist vielen Menschen als strahlend heller Abend- und Morgenstern wohl vertraut. Sofort nach Sonnenuntergang oder bis unmittelbar vor Sonnenaufgang wird sie am hellen Dämmerungshimmel sichtbar. Wer weiß, wo er nach ihr zu suchen hat, findet sie bei günstigen Witterungsbedingungen auch mit bloßem Auge, auf jeden Fall aber mit einem kleinen Fernglas am Taghimmel (Beobachtungsanleitung von John Walker). Andererseits werden manche Zeitgenossen vom Anblick des hell leuchtenden Planeten bisweilen so überrascht, dass sie ihn für ein UFO halten. Das ist eigentlich erstaunlich, denn abgesehen von einem etwa dreimonatigen Zeitabschnitt um die Oberen Konjunktion und einigen Tagen vor und nach der Unteren Konjunktion ist Venus immer entweder abends oder morgens sichtbar, wenn auch manchmal eher unauffällig und horizontnah in der hellen Dämmerung.

Wann kann man Venus in 2010 beobachten?
Da zwischen 2 Oberen Konjunktionen der Venus 584 Tage vergehen, ist sie jeweils für viele Monate am Abend- oder Morgenhimmel zu sehen. Die beste Beobachtungszeit sind generell die Tage und Wochen um die größte Elongation, denn dann steht Venus so weit von der Sonne entfernt, dass sie nicht nur in der Dämmerung, sondern auch am dunklen Nachthimmel in Erscheinung tritt. Besonders günstig sind in unseren geografischen Breiten Sichtbarkeitsperioden, bei denen die größte östliche Elongation (= Abendsichtbarkeit) ins Frühjahr und die größte westliche Elongation (= Morgensichtbarkeit) in den Herbst fällt, da Venus dann relativ zum Horizont fast senkrecht über der Sonne steht. Eine solch optimale Situation war zuletzt im Jahr 2004 gegeben, ähnlich günstig war das Jahr 2007.


RÜCKBLICK: VENUS IM JAHR 2009

RÜCKBLICK: VENUS IM JAHR 2008

RÜCKBLICK: VENUS IM JAHR 2007

RÜCKBLICK: VENUS IM JAHR 2006

RÜCKBLICK: VENUS IM JAHR 2005

RÜCKBLICK: VENUS IM JAHR 2004


Das Jahr 2010 beginnt Venus in unmittelbarer Sonnennähe (Obere Konjunktion am 11.01.10); ab Mitte Februar macht sie sich allmählich am Abendhimmel bemerkbar. Die enge Begegnung (Abstand etwa ein Vollmonddurchmesser) mit Jupiter am 16.02.2010 wird man allerdings nur mit einem Fernglas beobachten können. Selbst wenn Venus bereits mit bloßem Auge sichtbar sein sollte, kann man den viel lichtschwächeren Jupiter ohne optische Hilfsmittel nicht aufspüren.


 
Venus und Jupiter am 16.02.2010
Enge Begegnung zwischen Venus und Jupiter am 16.02.2010, etwa 15 Minuten nach Sonnenuntergang.


 
Venus am 16.02.2010
Venus mit Flugzeug am 16.02.2010, aufgenommen in Bonn-Endenich.


 
Venus und Jupiter am 16.02.2010
Venus und Jupiter am 16.02.2010, aufgenommen in Bonn-Endenich.


 
Venus und Jupiter am 16.02.2010
Venus und Jupiter am 16.02.2010, aufgenommen in Bonn-Endenich.


 
Venus am 06.03.2010
Venus am 06.03.2010, aufgenommen in Bonn-Endenich.


 
Venus am 07.03.2010
Venus am 07.03.2010, aufgenommen in Bonn-Endenich.


 
Venus am 07.03.2010
Venus am 07.03.2010, aufgenommen in Bonn-Endenich.


 
Venus am 07.03.2010
Venus am 07.03.2010, aufgenommen in Bonn-Endenich.


Bis weit in den April hinein fristet Venus ein eher bescheidenes Dasein in der Abenddämmerung. Ende März / Anfang April hält sich der innerste Planet Merkur in ihrer Nähe auf. Der geringste Abstand zwischen den beiden Planeten wird am 04.04.2010 mit etwa 3° (= 6 Vollmonddurchmesser) erreicht. Wenn am 15. und 16.04.10 die schmale Mondsichel an den Planeten vorbeizieht, ist deren Abstand bereits wieder deutlich angewachsen; zudem ist Merkur bereits so lichtschwach, dass man ihn ohne Fernglas wohl nicht mehr sehen kann.


 
Venus und Merkur am 04.04.2010
Begegnung zwischen Venus und Merkur am 04.04.2010, etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang.


Um die Mittagszeit des 16.05.2009 bietet sich ein gute Gelegenheit, Venus einmal mit bloßem Auge am Taghimmel aufzusuchen. Der Mond befindet sich dann in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und kann als Wegweiser dienen. Im Mai und Juni präsentiert sich Venus als strahlender Abendstern, sie geht jetzt erst gegen Mitternacht unter. Obwohl die größte östliche Elongation erst am 20.08.2010 erreicht wird, verschlechtern sich die Sichtbarkeitsbedingungen bereits ab Juli deutlich. Dies liegt daran, dass die abendliche Ekliptik jetzt nur noch eine geringe Neigung zum Horizont aufweist.
Im Laufe des Juli nähert sich Venus immer mehr dem Mars an, der seinerseits auf Saturn zueilt. Man kann von Tag zu Tag verfolgen, wie die drei Planeten zusammenlaufen, um sich dann im August als Dreigestirn zu präsentieren. Am 1. August wandert Mars in etwa 4 Vollmonddurchmessern Abstand an Saturn vorbei; Venus folgt am 10. August in 6 Vollmonddurchmessern Abstand. Zwischen dem 17. und 21. August überholt Venus schließlich den Mars in rund 4 Vollmonddurchmessern Abstand, am 1. September lä,uft sie in etwa 3 Vollmonddurchmessern Distanz am Stern Spica vorbei, der in etwa die gleiche Helligkeit wie Saturn aufweist. Die schmale Sichel des zunehmenden Mondes gesellt sich am 13. August zu der Planetengruppe - sicherlich die schönste Konstellation im Jahr 2010. Doch es gibt einen Wermutstropfen: das gesamte Geschehen im August spielt sich in unmittelbarer Horizontnähe ab. Weil Mars und Saturn (wie auch Spica) recht lichtschwach sind, kann man sie in der hellen Dämmerung wahrscheinlich nur mit einem Fernglas deutlich sehen.


 
Venus, Mars und Saturn am 01.08.2010
Mars bei Saturn am 01.08.2010; etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang. Merkur wird allenfalls mit einem Teleskop zu sehen sein.


 
Venus, Mars und Saturn am 10.08.2010
Venus überholt Saturn am 10.08.2010; etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang.


 
Venus, Mars,  Saturn und Mond am 13.08.2010
Mond bei Venus, Mars und Saturn am 13.08.2010; etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang.


 
Venus, Mars und Saturn am 18.08.2010
Venus überholt Mars am 18.08.2010; etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang.


Am 23.09.2010 erreicht Venus ihre größte Helligkeit (-4.8 mag) - und bereits eine Woche später ist sie in den horizontnahen Luftschichten mit bloßem Auge nicht mehr auszumachen. Besser stehen die Chancen am Taghimmel, wenn Venus sich weiter entfernt vom Horizont befindet. Sowohl am 11. September als auch am 9. Oktober kann der Mond - wie schon im Mai - als Wegweiser dienen. Am 29. Oktober steht Venus schließlich in Unterer Konjunktion zur Sonne.

Hat sich die flache abendliche Ekliptik ungünstig auf die Abendsichtbarkeit der Venus ausgewirkt, so profitiert sie nach ihrer Unteren Konjunktion am 29. Oktober von der steilen morgendlichen Ekliptik. Ab der zweiten Novemberdekade kann man am Morgenhimmel nach ihr Ausschau halten. Ende November geht Venus bereits 3 1/2 Stunden vor der Sonne auf, zum Jahresende sogar 4 Stunden. Sie dominiert mit ihrer enormen Helligkeit jetzt den morgendlichen Sternenhimmel und ist an klaren Tagen bis zum Sonnenaufgang problemlos sichtbar.


In den nachstehend verlinkten Artikeln finden Sie einige Informationen, um Venus im Jahr 2020 erfolgreich zu beobachten:

Ephemeris of Venus in 2010 (PDF-Datei; Berechnung mit OCCULT Predictions 3.1.0)

WAA: Venus am Abendhimmel 2010

Jens Dengler: Merkur und Venus am Abendhimmel

Space.com: The Evening Star is Back: How to Spot Venus